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Der Powerpoint-Tod

06.02.2024

Millionen Menschen erliegen ihm täglich – nun warnen auch Forscher: Die Folien machen dumm.

Gab es ein Leben vor Powerpoint? „Unmöglich“, wird der Manager im Großkonzern sagen. Denn im Job ohne Folien-Präsentation zu überleben, ist genauso unvorstellbar wie nicht mehr zu Atmen. Ob im Büro, Hörsaal, Klassenzimmer oder der Trainerkabine im Fußballverein – überall kommt Microsoft Powerpoint oder Apple Keynote zum Einsatz. Dabei ist der Nutzen minimal oder in vielen Fällen sogar kontraproduktiv.

Inhaltsübersicht, Einleitung, Hauptteil, Schluss. Im Laufe der Zeit hat sich eine gängige Präsentationsstruktur entwickelt, die nur noch selten hinterfragt wird. Oft wird auf Folien einfach großzügig Inhalt platziert. Dazu ein paar bewegte Charts, bunte Bilder und Wörter, die wild durch die Gegend wirbeln – fertig ist der Powerpoint-Abgrund, der Zuhörer und Zuschauer in stundenlange Trostlosigkeit reißt. Sie schweifen gedanklich ab, spielen am Smartphone und erliegen spätestens bei Folie 15 dem „Powerpoint-Death“ – so schimpft sich das weitverbreitete und auch allen Rednern bekannte Einnicken im abgedunkelten Seminarraum.
Dennoch: Jedes interne Meeting, jede Verhandlung, jede Schulung – Powerpoint-Folien sind noch immer überall. Dabei sind diese Präsentationen meist einfach nur grausam, weil sie das Interesse der Zuhörer und Zuschauer kaum wecken, geschweige denn aufrecht erhalten. Und nicht nur das: Yale-Professor Edward Tufte behauptet, Powerpoint mache dumm. Denn unser Gehirn ist einfach nicht so konzipiert, dass wir uns aneinandergereihte, langweilig präsentierte Inhalte leicht merken können. Stattdessen verknüpfen wir unsere Gedanken mit Sinneseindrücken, Erlebnissen und Orten. Durch eine räumliche Anordnung können wir uns Informationen also deutlich besser merken.

Welche Fehler du auf dem Weg zu deiner perfekten Präsentation vermeiden solltest:

Den gesamten Text auf eine Folie schreiben

Auch wenn der Text jetzt nicht mehr auswendig gelernt werden muss – Folien werden langweilig. Der Betrachter hat aber in der kurzen Zeit keine Chance alle Inhalte zu erfassen, geschweige denn nachzuvollziehen.
Tipp: Folien mit wenig Inhalt sind verständlicher und halten die Aufmerksamkeit hoch. Faustregel: pro Folie max. 2–3 Minuten Redezeit!

Übertriebene Verwendung von Bulletpoints

Ja wir haben gelernt, dass Bulletpoints eine Präsentation auflockern. 20 Punkte auf einer Folie sind aber in etwa so schlimm wie eine Folie voll mit Text. Deine wichtigen Aussagen gehen unter!
Tipp: Beschränke dich auf die wichtigen Schlüsselworte. Faustregel: maximal 7 Punkte.

Unangenehme Farben

Grelle Hintergründe mit bunten Schriften sehen nicht nur unschön aus, sondern verursachen bei längerer Betrachtung Kopfschmerzen.
Tipp: Verwende gedeckte Farben für den Hintergrund und beschränke dich auf ein oder zwei Farben für den Text.

Zu viele Folien

Gleich vorweg: Eine optimale Folienzahl gibt es nicht. Du brauchst so viele Folien, wie du eben brauchen. 50 oder mehr Folien, vollgeschrieben mit Text sind aber definitiv zu viel.
Tipp: Begrenze deine Vortrag auf das Wesentliche. Präsentiere ihn gegebenenfalls vor deinen Kollegen.

Unentschlüsselbare Diagramme

Komplizierte Diagramme mit 5 übereinanderliegenden Kurven, Beschriftungen und Datensätzen verwirren.
Tipp: Wenn du Diagramme verwendest, beschränke dich auf die wesentliche Information und sie so unkompliziert wie möglich dar.

Animationen

Wenn eine Folie nicht innerhalb weniger Sekunden zu erfassen ist, wird sie definitiv auch nicht durch einfliegende Elemente verständlicher. Auch nicht, wenn es ewig dauert, bis alle Effekte endlich abgespielt sind.
Tipp: Frage dich, ob Animationen wirklich notwendig sind oder eher ablenken und Zeit kosten.