
Familienunternehmen
mit Vision.
Hans Timm Fensterbau GmbH & Co. KG
Gemeinsam mit Bastian Timm, Mitglied der Geschäftsleitung, werfen wir einen Blick auf Tradition, die Verantwortung der nächsten Generation und die Notwendigkeit einer guten Positionierung.
Seit 1957 steht das Unternehmen Timm Fensterbau für Qualität und Beständigkeit und zählt zu den führenden deutschen Fensterherstellern. In der dritten Generation geführt, blickt das Unternehmen auf über 60 Jahre Firmengeschichte zurück. Bastian Timm, der das Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Vater, Onkel und Cousin weiterführt, ist im Jahr 2010 nach einer Bankausbildung und einem Wirtschaftsingenieurstudium an der TU Hamburg in die Geschäftsleitung eingestiegen.
Die Verantwortung der dritten Generation
Für Bastian Timm ist die Führung des Familienunternehmens mehr als nur ein Job. Es ist eine Mission, die Tradition und Innovation gleichermaßen umfasst. „Jede Generation hat ihre eigenen Herausforderungen“, betont er. „Wir haben nicht nur Technologie, Produkte und Kunden übernommen, sondern auch ein engagiertes Team, das sich darauf verlässt, dass wir weiterhin einen guten Job machen, Arbeitsplätze sichern und das Unternehmen bestmöglich ausbauen. Mir macht die Aufgabe viel Spaß. Dementsprechend gehe ich jeden Tag mit viel Herzblut an die Arbeit heran.“
Bewahrung und Weiterentwicklung
Bastian Timm hat mutige Entscheidungen getroffen und die Weichen strategisch neu gestellt. „Als dritte Generation, die auf über 60 Jahre Firmengeschichte zurückblickt, spürt man eine besondere Verantwortung. Man möchte erhalten und bewahren, was da ist. Die eigentliche Aufgabe als Nachfolger ist es aber, zu antizipieren und weiterzudenken.“ So wurden Geschäftsbereiche neu ausgerichtet und auf spezifische Tätigkeitsfelder konzentriert, welche das Unternehmen stärken. „Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder man ist Kostenführer oder man differenziert sich über die Produkte“, erklärt er.
„Langfristig können wir in unserer Branche mit Blick in Richtung Osteuropa nicht der Kostenführer sein. Deswegen konzentrieren wir uns auf Differenzierung.“
Bastian Timm
Diese Entscheidung hat sich ausgezahlt. Mit ihren sieben spezialisierten Geschäftsbereichen – Großprojektgeschäft, Denkmalschutz, Hochsicherheit, Sanierung historischer Fenster, hochwertigster Villenbau, Modulbau sowie Service und Care – ist das Unternehmen gut aufgestellt. „Auf diese Bereiche konzentrieren wir uns mit unsere Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten. Ziel ist es, unseren Kunden in jedem dieser Bereiche ein überzeugendes Paket zu liefern, egal ob öffentliche Hand oder Privatkunde.“
Vorgelebter Fokus auf Kundenzufriedenheit
„Kundenzufriedenheit ist für uns essenziell“, betont Bastian Timm. „Dieses Prinzip haben wir als Familie stets vorgelebt und es hat sich als ausschlaggebendes Kriterium für unseren Erfolg erwiesen. Oft werden wir beauftragt, auch wenn wir vielleicht auf dem zweiten, dritten oder vierten Platz der Angebotsliste stehen. Am Ende zählt, dass der Kunde zufrieden ist.“ Die Erwartungen der Kunden an die Firma Timm sind hoch, diese stellt sicher, dass diese hohen Erwartungen erfüllt werden und Kunden auch beim nächsten Projekt wieder auf das Unternehmen zukommen. Empfehlungen sind ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells. „Es kommt oft vor, dass Architekten, die mit uns bereits mehrere Projekte durchgeführt haben, ihren Kollegen sagen:‚Mit Timm klappt das gut, mach das mal.‘ Oder Privatkunden erzählen ihren Freunden: ‚Ich habe meine Villa in Grunewald mit ihnen gebaut, suchst du einen Fensterbauer, dann nimm Timm.‘ Es gibt viele Wiederholungstäter, die zu uns kommen und uns empfehlen. Ohne diese Mundpropaganda wäre unser Erfolg in dieser Form gar nicht möglich.“
Markenbildung und Bekanntheit
Auch die Markenbildung aus eigener Kraft ist für das Unternehmen stetiges Thema. Während früher Kundenveranstaltungen und Netzwerke eine große Rolle spielten, nutzt Timm Fensterbau heute verstärkt Social Media, um die eigene Marke zu positionieren. „Es gibt immer wieder Kunden, die nicht wissen, dass wir bestimmte Produkte wie Alu- oder Holzfenster anbieten. Dementsprechend sind Marketing und Positionierung für uns Themen, welche wir konsequent fortführen müssen. Es ist aus meiner Sicht wichtig, egal über welche Marke wir sprechen, dass Sie durchweg Ihre Qualitätsversprechen einhalten und die Qualität liefern, die Sie nach außen suggerieren. Wenn Sie das erfolgreich machen – und davon bin ich überzeugt – bildet sich Ihre Marke mit ein paar weiteren Zutaten automatisch.“
Technische Kompetenz und Kundenorientierung
Neben einem hohen Qualitätsversprechen ist eine der größten Stärken des Unternehmens seine technische Kompetenz, die sicherlich auch dazu führte, dass das Timm Fensterbau in den letzten Jahren stärker gewachsen ist als der Markt. „Unsere Lösungskompetenz, die wir über 60 Jahre aufgebaut haben, hilft uns im Vergleich zu vielen Mitbewerbern, frühzeitig in Bauvorhaben involviert zu sein und auch architektonisch anspruchsvolle Projekte erfolgreich umzusetzen“, sagt Bastian Timm. Das Unternehmen berät Architekten bereits in der Entwurfsphase und optimiert gemeinsam mit Ihnen Projekte aus der Sicht eines Fenster- und Fassadenbauers.
Diese enge Zusammenarbeit mit den Kunden, schon zu Beginn der Planung, unterscheidet die Arbeitsweise von Timm Fensterbau stark von Mitbewerbern. Nicht ohne Grund ist der Name Timm unter den über 7.000 Architekten in Berlin ein Begriff, auch wenn nicht immer bis ins Detail bekannt ist, in welchen Geschäftsbereichen das Unternehmen tätig ist. „Selbst Architekten, mit denen wir bereits mehrere Projekte durchgeführt haben, wissen oft nicht, dass wir zum Beispiel Stahlfenster bauen.“
„In Sachen Bekanntheitsgrad kann man in der Baubranche aus unserer Sicht nie genug tun. Das Potenzial ist hoch, seine Stärken noch besser herauszustellen und zu bewerben.“
Bastian Timm
Auch an öffentlichen Ausschreibungen nimmt Timm Fensterbau teil – wenn es nicht gerade darum geht, mit allen Mitteln preisgünstig auf dem ersten Platz zu landen. „Es gibt öffentliche Ausschreibungen, die technisch oder aus Produktsicht so anspruchsvoll sind, dass nicht 21 Unternehmen daran teilnehmen, sondern vielleicht nur drei. Wir bekommen jeden Tag deutlich mehr Anfragen, als wir anbieten oder kalkulieren können. Da gilt es, wählerisch zu sein und die eigenen Stärken auszuspielen.“, betont Bastian Timm. „Wenn Sie sich auf eine geringere Anzahl an Projekten konzentrieren, muss die Erfolgsquote natürlich hoch sein. Sonst bekommen Sie schnell ein Auslastungsthema. Diesen Spagat müssen wir täglich bewerkstelligen.“
Positionierung von den Großen gelernt
Mit seinem Background aus Bankausbildung und Wirtschaftsingenieurstudium führt Bastian Timm das Unternehmen mit einer anderen Herangehensweise als die zweite, durchs Handwerk geprägte Generation. Er bringt Erfahrung aus anderen Branchen ein, insbesondere aus dem Investmentbanking. „Ich bin früh in unser Familienunternehmen eingestiegen, hatte jedoch bereits die Möglichkeit, in verschiedenen Branchen Erfahrungen zu sammeln. Diese Vielfalt hat meinen Horizont erweitert und mir gezeigt, dass Großkonzerne und Organisationen anders geführt werden als traditionelle Handwerksbetriebe. Ich analysierte Aktienunternehmen und mir wurde klar, dass erfolgreiche deutsche Mittelständler, die an der Börse notiert sind, Nischenstrategien verfolgen und sich stark auf bestimmte Bereiche spezialisieren. Diese Herangehensweise hat mir immer sehr gut gefallen, da sie zur Preissetzungsmacht führt – ein seltenes, aber äußerst wertvolles Gut in unserer Branche. Unser Ziel ist es, durch einzigartige Produkte eine solche Preissetzungsmacht zu erlangen, im Gegensatz zu Standard-Fensterbauern, die sich nur über den Wettbewerb differenzieren können.“

Die zweite und dritte Generation der Geschäftsleitung von Hans Timm Fensterbau (v.l.):
Detlef Timm, Bastian Timm, Jonas Wilde und Bernd Timm
Strategieentwicklung auf Leistungssport-Niveau
Im Unternehmen wird auf dieser Basis eine konstante Fünf-Jahres-Strategie abgearbeitet, die stets aktualisiert und angepasst wird. Während die Pläne für das dritte, vierte und fünfte Jahr grob sind, gibt es jedes Jahr eine spezifische Geschäftsstrategie, die aus dieser langfristigen Planung abgeleitet wird. Diese Strategien werden jährlich überprüft und an die aktuelle Situation angepasst. Besonders wertvoll ist der Austausch zwischen zweiter und dritter Generation, der dazu führt, unterschiedliche Perspektiven zu betrachten und aus den Fehlern der Vorgenerationen zu lernen.
„Das Konzept der Weiterentwicklung ist für uns von zentraler Bedeutung. Viele Unternehmen hören von Beratern, dass sie sich weiterentwickeln müssen – wir leben diesen ständigen Wandel. Bei uns im Unternehmen war Disziplin schon immer ein wichtiger Wert – eine Eigenschaft, die alle Familienmitglieder aus dem Leistungssport mitgebracht haben. Diese Disziplin hilft uns, konsequent an unseren Projekten zu arbeiten und diese auch zu Ende zu bringen. Im Handwerk sehe ich oft, dass Projekte angestoßen, aber nicht abgeschlossen werden. Bei uns kann es zwar auch mal länger dauern, als uns lieb ist, aber wir bleiben dran und ziehen unsere Pläne durch.“
Im Gegensatz zu größeren Unternehmen, die eigene Abteilungen für strategische Planung und Umsetzung haben, muss Timm Fensterbau diese Aufgaben im familiengeführten mittelständischen Betrieb nebenbei erledigen. Dennoch hat man sich eine eigene Stelle für strategische Aufgaben leisten können, was die Arbeit deutlich erleichtert. „In unserer Branche, die sich momentan stark wandelt, ist es unerlässlich, flexibel und anpassungsfähig zu bleiben. Ein ständiger Wandel und die kontinuierliche Weiterentwicklung sind nicht nur überlebens-notwendig, sondern auch integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Wir können es uns nicht leisten, nach zwei Jahren Wandel aufzuhören – es ist ein fortlaufender Prozess, der unser Unternehmen zukunftsfähig hält.“

Wünsche für die Branche
„Ein zentraler Wunsch, den ich für die Branche äußern möchte, betrifft die Einhaltung technischer Normen und Richtlinien. In vielen Unternehmen wird das technische Know-how nicht immer konsequent umgesetzt, oft aus der Überzeugung heraus, dass „es schon immer so gemacht wurde“. Diese Haltung führt zu den teils enormen Preisspannen, die wir heute beobachten. Wenn alle Unternehmen konsequent die vorgegebenen technischen Standards einhalten würden, könnte das Preisniveau stabiler und gerechter gestaltet werden. Dies wäre nicht nur vorteilhaft für die einzelnen Betriebe, sondern auch für den gesamten Markt.
Ein weiterer Punkt ist die Notwendigkeit eines starken Verbands. Ein solcher Verband könnte mit seiner technischen Expertise und Schulungsangeboten der gesamten Branche helfen. Es ist bedauerlich, dass viele Firmen den Nutzen eines Verbands nicht erkennen und sich daher nicht engagieren. Trotzdem ist ein starker Verband unerlässlich, um die technische Kompetenz in der Branche zu fördern und um einheitliche Standards zu setzen.
Darüber hinaus wäre es wünschenswert, mehr Partnerschaften und Kooperationen innerhalb der Branche zu sehen. In vielen anderen Branchen sind solche Zusammenarbeit üblich und erfolgreich. Bei uns im Fensterbau sind Partnerschaften zwischen Fensterbauunternehmen, Zulieferern und Kunden jedoch noch selten. Eine intensivere Zusammenarbeit könnte nicht nur die Qualität und Effizienz der Projekte verbessern, sondern auch dazu beitragen, innovative Lösungen und neue Ansätze zu entwickeln.“